Filmaktion: Hartz 4 filmt Sat.1
| What | Oeffentlich |
|---|---|
| When |
2008-09-02 from 12:00 to 14:00 |
| Where | Oberwallstr. 6 in Mitte |
| Add event to calendar |
|
Kampagnen von der Couch aus: wir mache eine Real Life Show: "Gnadenlos gerächt !" > kommt und macht mit !!!
und die Beschwerde:
Sehr geehrte Damen und Herren,
bezüglich unseres Telefongesprächs am letzten Dienstag hier nun die
schriftliche Nachfrage: Bei der Veranstaltung "Gnadenlos rächen!"
(genauere Beschreibung siehe unten) traf ich auf ein völlig
unverhältnismäßiges Polizeiaufgebot:17 Beamte, 3 Polizeibullis und ein
Gefangenentransporter sowie ein PKW waren anwesend, um uns bei unserem
Casting für die Dokusoap "Gnadenlos rächen!" zu observieren. Auf
Nachfrage erklärten die Beamten, daß sie hier wären, um eine unerlaubte
Kundgebung und Demonstration zu verhindern und von SAT 1 oder von den
Nachbarinnen (?!) gerufen worden wären.
Weiterhin zeigte einer der Beamten mir einen Ausdruck aus dem Internet
mit folgendem Text:
"Medienaktion gegen die SAT 1 Serie "Gnadenlos gerecht".
SAT 1, es reicht! Wir lassen uns nicht mehr in die Pfanne hauen. Es ist
eine Unmöglichkeit, daß Hartz4-Empfänger_innen, die sowieso schon
etlichen Zwangsmaßnahmen ausgesetzt sind, auch noch von SAT 1
Paparazzis bespitzelt werden.
<http://www.sat1.de/ratgeber_magazine/gnadenlosgerecht
Dienstag, 02.09.2008 12.00 Uhr vor SAT 1 Berlin Regional GmbH und Co.
KG, Oberwallstr. 6, Mitte.
Veranstaltet von: AG /unvermittelt der NGBK (Neue Gesellschaft für
Bildende Kunst).
In diesem Text ist mit keinem Wort eine Demonstration oder Kundgebung
erwähnt. Folgende Fragen ergeben sich für mich:
1) Was bringt die Berliner Polizei dazu mit einem völlig übertriebenen
Personalaufwand , ungeprüft Anzeigen nachzugehen? Ohne sich die Mühe zu
machen, nachzufragen, was an diesem Ort eigentlich passieren soll und
ohne in irgendeiner Weise das Gespräch mit den Veranstalterinnen zu
suchen? Kann es sein, daß es um nichts anderes geht als das Anliegen,
durch übertriebene Präsenz und das Notieren von Nummernschildern und
Fotografieren von Beteiligten BürgerInnen einzuschüchtern?
2) Was hat dieser Einsatz den Steuerzahler gekostet?
Besonders perfide ist dies natürlich im Zusammenhang damit, daß es sich
hier um eine Aktion gegen die Sendung "Gnadenlos gerecht" von SAT1
handelte, in der es um "Betrug" von Hartz4 EmpfängerInnen am
Steuerzahler geht, gleichzeitig aber durch diese Aktion in wenigen
Stunden Steuergelder verpulvert wurden, die durch ein einfaches Gespräch
mit uns sich erübrigen hätten können.
3) Wurde dieser Einsatz durch eine Anzeige herbeigerufen oder hat hier
die Polizei ein Bravourstück im Scannen von linken Nachrichten geleistet
(der mir vom Beamten gezeigte Ausdruck war aus dem
Internet-Terminkalender der Stressfaktors), indem sie eine Kunstaktion
mit einer unangemeldeten Demonstration verwechselte?
Über einen Termin mit ihnen und unserem Kamerateam zur Klärung dieser
Fragen würde ich mich freuen,
Rut Waldeyer
AG /unvermittelt der NGBK